Unglaublich.
    Ich bin noch immer fassungslos, was mein Beitrag vergangene Woche ausgelöst und ins Rollen gebracht hat. Ich danke euch für die vielen Kommentare und PN’s, für die wohlwollenden und die kritischen Zeilen.

    Dass dieser Beitrag polarisieren wird, war mir bewusst.
    Auch dass er triggern wird.

    Mir ging es in erster Linie um MEIN ganz persönliches Statement und eine Information für MEINE Klienten.

    Da ein grosser Teil meiner Klienten selbst grossartige Coaches, Berater und Trainer sind, war es mir wichtig – mein persönlicher Marketing-Tipp quasi – diese zu ermutigen, sich klar zu ihren Werten und ihrer Arbeitsweise zu positionieren, um wiederum für ihre Klienten Transparenz zu schaffen.

    Denn spannenderweise trauen sich viele nicht, hier Klartext zu reden.

    (Warum eigentlich nicht???)

     

    Ich habe auch überhaupt nichts gegen „High Price“, wie mir immer wieder unterstellt wird. Und ich habe schon gar nichts gegen Geld, Fülle und Wohlstand. Im Gegenteil. Gerade an diesem Thema arbeite ich sogar sehr intensiv mit meinem Klienten.

    Und ich betone es gerne nochmal: Ich schere nicht alle über einen Kamm. Es gibt da draussen hervorragende Kolleginnen und Kollegen, die einen tollen Job machen und hochpreisig verdienen. Das eine schliesst das andere nicht aus!

    Das nochmals zum ethischen Aspekt, um den es mir im letzten Beitrag ging. Dieser Artikel beschreibt nämlich nur die Spitze des Eisbergs und hatte auch nicht die Absicht, Systeme, Strategien oder gar Menschen in „richtig“ und „falsch“ einzuordnen.

    Aus diesem Grund werde ich in meinen nächsten Beiträgen noch weitere Dinge aufgreifen und auch weitere Aspekte hierzu beleuchten.

    Warum? Weil es wichtig ist!

     

    Das Thema, um das es heute geht, ist die EIGENVERANTWORTUNG.

     

    Und nein, diesmal geht es nicht um die Anbieter dieser Programme, sondern um deren Kunden. Und auch das wird vermutlich einige triggern …

    Es haben mir unglaublich viele Menschen persönlich geschrieben, die auf solche High-Price-Programme „hereingefallen“ sind.

    Und da gibt es zum einen diejenigen, denen eigentlich klar ist, warum das Ganze für sie nicht funktionieren konnte und erkannt haben, dass sie einfach nicht auf ihr Bauchgefühl gehört haben, das sich schon sehr früh bemerkbar gemacht hat.

    Und dann gibt es die, die unglaublich wütend sind und sich massiv betrogen fühlen. Und ich nehme wahr, dass ein grosser Teil hier jegliche Eigenverantwortung von sich weist.

    Da drängt sich mir als erstes die Frage auf:
    Wer muss heute noch die Katze im Sack kaufen?

     

    • Vor jedem Friseur- oder Arztbesuch holt man sich Empfehlungen ein, bevor man einen Termin ausmacht.
    • Ein Hotel bucht man erst dann, wenn man sich durch alle Bewertungen gescrollt hat.
    • Vor einem Autokauf liest man sich wochenlang die Testberichte durch, vergleicht und holt sich Meinungen ein.
    • Ein Buch auf Amazon kauft man meist auf Empfehlung oder weil es gute Rezensionen hat.

     

    Aber kaum präsentieren sich Menschen auf Social-Media-Kanälen mit einem luxuriösen Lifestyle und der Höhe ihres Tagesumsatzes kombiniert mit dem Statement, dass ihr Leben vor wenigen Monaten noch völlig anders aussah – glaubt man blindlings allen Versprechungen. Wie das genau geht, ist erst einmal nebensächlich, zu gross ist die Sehnsucht auf ein besseres Leben.

    Ihr Lieben, spätestens hier beginnt eure Eigenverantwortung!

     

    Beim nervigen Versicherungsvertreter am Telefon durchschaut man die Strategien der Einwandbehandlung lustigerweise sofort. Kaum ist aber vom „Herzensbusiness“ die Rede, schaltet sich der so hochgepriesene „Mind“ – also der Verstand – aus und man lässt sich bei gezielten Fragen mit auswendig gelernten Argumenten der Sales-Coaches abspeisen.

     

    Ja, psychologische Verkaufsgespräche und –techniken sind nicht ohne und es braucht schon sehr viel Präsenz, um in einer solchen Situation klar zu bleiben.

     

    Woran das liegt?
    Der vermutlich allergrösste Schmerz der Menschen ist momentan ihr Mangel an persönlicher und finanzieller Freiheit und Unabhängigkeit. Viele dürsten so sehr nach SEIN und weniger TUN – und genau diesen Schmerz greifen diese Programme auf.

    So einfach ist es, könnte man meinen.

     

    Aber auch wieder nicht, denn hierzu gehören immer zwei dazu:

    Einer der es macht und einer der es mit sich machen lässt.

    Sich dessen bewusst, wirklich bewusst zu werden, ist so wichtig und der erste, notwendige Schritt auf dem Weg, mit dieser Sache seinen Frieden zu machen.

     

    Denn spüre mal rein:

    Was kreiert es für deine Zukunft, wenn du mit den Anbietern haderst („die haben mich über den Tisch gezogen“), wenn du dich dafür bewertest („wie konnte ich nur so blöd sein?“) und vor lauter Selbstzweifel und Trotz („dann soll das wohl nicht sein“) alles hinschmeissen möchtest, was dir eigentlich am Herzen liegt?

     

    Ganz wichtig:

    Es geht bei diesem persönlichen Prozess überhaupt nicht um Schuldzuweisung und Bewertung (weder der einen noch der anderen Seite) und auch nicht um die Rechtfertigung „solcher Methoden und Strategien“, sondern um die blanke, nackte Erkenntnis, was du dir hier aufgrund deines Mangels kreiert hast.

     

    Ich weiss aus eigener Erfahrung: Bewusstsein fühlt sich nicht immer flauschig und komfortabel an und solch eine Erkenntnis kann äusserst schmerzhaft sein.

     

    Daher sehe ich diese Programme durchaus als einen Beitrag für unseren Planeten, um ein Stück weit mehr Bewusstsein bei uns Menschen zu schaffen, auch wenn dieser Beitrag vielleicht anders daherkommt, wie man sich vorgestellt hat. Denn alles ist das Gegenteil von dem was es zu scheint …

    Bewusstsein ist für mich nichts Abgehobenes, Entrücktes oder nur erleuchteten Menschen vorbehalten, sondern eine Art Scheinwerfer, der angeknipst wird und den ganzen Staub und Krempel ans Tageslicht bringt, der bisher im Verborgenen lag. Bei allen Beteiligten: Anbietern, Käufern und Beobachtern.

    Aber Bewusstsein bringt etwas Gutes mit sich:
    Wenn DU jetzt weisst und anerkennst, dass DU es kreiert hast, hast DU das Wissen und das Vertrauen in DICH und DEINE Fähigkeiten, das es braucht, um in deinem Leben JETZT etwas Anderes, etwas Neues kreieren zu können.

     

    Die Frage ist nur, bist du hierzu bereit?