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Heute hat mir eine Klientin von ihrem verpatzten Hochzeitstag erzählt. Und mich hat das an eine Geschichte erinnert, die mir selbst schon mal vor vielen Jahren passiert ist.

Und bevor ich euch vom Hochzeitstag-Desaster erzähle – es geht heut um den Unterschied von Akzeptanz bzw. Toleranz im Gegensatz zur Erlaubnis / zum Respekt.

Aber zurück zur Geschichte.

Der Mann dieser Klientin geht jeden Freitagabend mit seinen Kumpels ins Training und danach etwas Trinken. Dieser Termin ist gesetzt. Seit Jahren. Und es nervt sie immer ein wenig, weil sie eigentlich mit ihm auch mal gerne freitags ins Kino oder zum Essen gehen würde.

Trotzdem, so hat sie mir erzählt, akzeptiert und toleriert sie seinen Männerabend. Weil er ihr ja auch ihre Freiräume lässt.

Und jetzt spürt mal in die Akzeptanz bzw. Toleranz rein.

Unser Kopf sucht und findet Gründe, warum es so, wie es ist, ok ist. Aber in vielen Fällen, ganz unten drunter, schwingt noch diese eine Bewertung mit. Dass es eben doch oftmals nervt, wenn er mit den Jungs jeden Freitag unterwegs ist … es brodelt immer wieder unter der Oberfläche, vor allem immer dann, wenn es in der Beziehung gerade etwas hakt.

Um etwas zu akzeptieren oder zu tolerieren, musst du erst einmal

– eine Situation analysieren, reflektieren und bewerten.
– Dann kommst du zu einem Ergebnis.
– Und im besten Fall stimmst du zu. Dann ist alles ok.

Oder du stimmst eben nicht zu.

Und obwohl du nicht zustimmst, hast du trotzdem die Möglichkeit, etwas zu akzeptieren oder zu tolerieren. Darunter liegt aber immer eine Nicht-Zustimmung als Bewertung.
Das ist die Energie von Akzeptanz und Toleranz, ok?
Wie ging die Sache weiter?

Die beiden haben Hochzeitstag, der dieses Jahr auf einen Freitag. Sie wollte gerne mit ihrem Mann romantisch essen gehen. Nur sie beide, ohne die Kinder. Doch sie wusste: er hat ja diesen Männerabend!

Und auch wenn sie diesen akzeptiert hat, brodelten bei ihr die Gedanken hoch:
Wenn er seinen Treff mit den Jungs nicht einmal am Hochzeitstag verschiebt … dann …

Und was glaubt ihr, was dann passiert ist …?? Genau das?

Ihr Mann schlug ihr vor, lieber am Samstag essen zu gehen und sie war richtig sauer und total enttäuscht! Und dann rief sie mich an, weil sie dort raus wollte – raus aus diesem ganzen Wut-Ärger- und Enttäuschungs-Ding.

Kennst du auch solche Situationen?

Und wünschst du dir, mehr Leichtigkeit damit zu haben?
Mehr Leichtigkeit mit Menschen zu haben, die anders ticken als du?

Du weisst ja, wie das mit den Erwartungen ist, aber manchmal hofft man doch, dass der andere diese irgendwie erfüllt. Und was tun, wenn nicht?

Ich habe hier zwei Tipps für dich!

 

1. Schau mal, ob du mit dieser Situation „im Erlauben“ sein kannst. Sie respektierst.
Erlaubnis und Respekt sind nämlich etwas völlig anderes als Akzeptanz oder Toleranz.

Was ist also der Unterschied?
Kommen wir mal zu meiner Klientin und ihrem Mann und das Desaster vom Hochzeitstag zurück:

Wie wäre es, wenn meine Klientin in Erlaubnis und Respekt für ihren Mann und dessen Wahlen wäre?

Und damit meine ich nicht, dass sie ihm „die Erlaubnis“ gibt, seinen Männerabend zu machen. Da haben wir ein klitzekleines Machtgefälle … ;-).

Ich meine damit, dass sie seinen Männerabend respektiert und „in Erlaubnis“ dafür IST.
Die Energie und die Haltung dahinter ist eine völlig andere. Spürst du das? Beim „in Erlaubnis SEIN“ gibt es keine Bewertung, kein gut und kein schlecht.

Wenn sie in Erlaubnis und Respekt für die Wahl ihres Mannes sein könnte, ist sein Wunsch, mit ihr erst am Samstag essen zu gehen, kein Beweis dafür, dass er sie nicht liebt.
Dass sie ihm nicht wichtig genug ist … ihr kennt das ganze bla-bla, dass manchmal unser Kopfkino rockt. Sondern es ist einfach das Ergebnis seiner Wahl. Da ist keine Ladung.

Anstatt empört ihre beste Freundin anzurufen und sich bitterlich darüber zu beklagen, dass sich ihr Mann gar nicht mehr für sie interessiert, ruft sie beim Italiener an und klärt mit ihm, ob er den kuscheligen Platz in der Nische auch noch am Samstag frei hat. Und sie verbringen gemeinsam einen wunderbaren Samstagabend.

Das wäre eine Möglichkeit: Schau, ob du in Erlaubnis für die Situation sein kannst, die dich gerade triggert.

2. Schau, was für dich funktioniert!

Wenn du spürst, dass es dir nicht gelingt, von der Akzeptanz und Toleranz in die Erlaubnis „zu switchen“, ist nichts falsch mit dir! Bewerte dich bitte nicht dafür.

Sei dir im Klaren:
„In Erlaubnis sein“ inkludiert auch dich, das heisst: Sei nicht nur in Erlaubnis für den anderen, sondern auch für DICH!

Wie oft bist du im Widerstand mit Situationen, die du vordergründig akzeptierst oder tolerierst – einfach, weil du spürst: es funktioniert nicht für dich!

Und daran ist nichts falsch!

Anstatt aber vielleicht in einer solchen Situation empört deine beste Freundin anzurufen und dich bitterlich über den anderen zu beklagen, könntest du für dich erst einmal Klarheit schaffen. Ehrlich mit dir selbst sein und schauen, was hier tatsächlich läuft.

Stelle Fragen:

– Wahrheit, was rennt hier gerade die Show?
– Welche Information fehlt mir hier, die mir vollkommene Klarheit und Leichtigkeit mit dieser Situation bringen würde?
– Was habe ich noch nicht anerkannt, das, wenn ich es anerkennen würde, alles verändern würde?

Und wenn du alleine nicht weiterkommst, suche dir bitte Unterstützung, so wie meine Klientin.

Sie hat übrigens tatsächlich gespürt, dass es für sie eben nicht funktioniert. Weil es da noch andere Dinge in der Beziehung gibt, die haken … vielleicht nicht schön, aber nun sieht sie die Situation klarer und kann neue Wahlen treffen, die für sie funktionieren.

Mich hat diese Session inspiriert und mir ist klar geworden, wie viel mehr es für alle kreieren würde, wenn wir erst einmal klar mit uns sind und wissen, was für uns funktioniert, anstatt faule Kompromisse einzugehen oder Situationen zu akzeptieren, die für uns eigentlich ein „No-Go“ sind.
Was dann im nächsten Schritt bedeutet, es auch offen zu kommunizieren. Denn, nur so können sich die Dinge verändern und leichter werden.

 

Und du weisst ja: LEICHTIGKEIT ist (d)eine Wahl.