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Letzte Woche hatte ich eine „Mini-Erleuchtung“.
Ich war auf dem Weg zum dreitägigen Körperprozess-Kurs mit Gary Douglas in Paris und auf einmal fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Kennst du das?
Du reflektierst und betrachtest Situationen und – zack! – auf einmal siehst du Zusammenhänge oder erkennst Muster, die dir auf einmal klar wie nie zuvor sind. Mir ging es genau so.

Mir fiel auf – und endlich!! – konnte ich es sehen, wahrnehmen und auch anerkennen, dass ich mich viel zu schnell langweile …

 

„Eigentlich keine bahnbrechende Entdeckung?!“, findest du?
Für mich schon.

Denn ich erkannte auf einmal, was ich mir so alles in meinem Leben schon „zusammen kreiert“ habe, wenn es mir zu langweilig wurde:

– Unzählige Umzüge
– Diverse Beziehungsdramen
– Eine Scheidung
– Etliche Aus- und Weiterbildungen
– Zwei komplette Neuanfänge an weiter entfernten Orten
– Eine Auswanderung
– Diverse Jobwechsel
– Krankheiten
– Schräge Situationen im Job

… um mal nur die grösseren Ereignisse hier aufzuzählen.

Und auf einmal sah ich es ganz klar vor mir:
Schon als Kind langweilte ich mich schnell. (Und das ist bis heute so.)

Situationen, die für andere oftmals belastend und anstrengend waren, empfand ich als willkommene Abwechslung in meinem Alltag: der Wechsel auf eine neue Schule, neue Klassenlehrer, der Wegzug zum Studium, Umzüge …

Und ich erinnere mich auch noch gut daran, dass mir meine Eltern oft sagten:

„Du kannst auch nie an einer Sache lang dranbleiben“ oder
„Du bist zu sprunghaft“ und
„Warum musst du immer was Neues anfangen, bleib doch mal bei einer Sache“.

Nur, weil mir das Lernen von Instrumenten irgendwann langweilig wurde, wenn ich ein bestimmtes Level erreicht hatte.

Warum noch besser darin werden? Lieber etwas Neues lernen …

So geht es mir bis heute und ich habe mich irgendwie immer dafür falsch gemacht, einfach weil ich in den Augen der anderen oftmals „die Exotin“ war: In meiner Familie, der Verwandtschaft, im Freundeskreis, im Job …

Viele Menschen in meinem Umfeld finden das seltsam und ich habe mir in meinem Leben schon viele „interessante Ansichten“ dazu anhören müssen:

Ich bin …

die, die sich alle paar Jahre immer wieder neu erfindet.

die, die ihre Beziehung beendet, um zu einem neuen Mann zu ziehen.

die, die ohne mit der Wimper zu zucken in ein anderes Land zieht (mit Kind!!).

die, die immer wieder was Neues machen muss.

Auch wenn mir immer klar war, dass das eben MEIN Weg ist, gab es doch noch diesen kleinen Funken in mir, der mich genau dafür bewertete.

Ich dachte, mit mir stimmt eben etwas nicht.

Und dann letzte Woche, die wohltuende Erkenntnis:

„Hey, ich langweile mich einfach nur schnell und inszeniere dann immer irgendetwas neues Aufregendes in meinem Leben.“

 

Was ist nun die Erkenntnis aus meiner Mini-Erleuchtung?

 

1. Mit mir ist alles ok!

Was, wenn nichts daran falsch wäre, dass ich mich schnell langweile? Was, wenn es völlig ok ist, dass ich mein Leben anders lebe, als die anderen? Was wäre, wenn ich deshalb nicht „unstet“ oder „sprunghaft“ wäre, sondern einfach nur „neugierig“, „offen“ und „wissbegierig“? Und was, wenn mich genau diese Eigenschaften zu den Dingen führen, die mir Freude machen und „mein Herz zum Singen“ bringen?

 

2. Ich habe es in der Hand, ob ich mich langweile!

Wenn ich mir mein Leben mit wunderbaren Dingen, Aufgaben, Spass und immer mal wieder etwas Abenteuer würze, ist mir nicht mehr langweilig und ich komme gar nicht auf die Idee, mir aus Langeweile irgendeinen „Mist“ zu kreieren. (Das kann nämlich passieren, wie du an meiner Aufzählung oben erkennen kannst.)

Erkennst du dich in meinen Zeilen vielleicht wieder?
Oder bist du dir noch nicht ganz sicher?

 

Woran kannst DU nun erkennen, ob du dich schnell (in deinem Leben) langweilst?

Schau mal ob einer oder mehrere dieser Punkte auf dich zutrifft:

– Deine Lebensspur ist von vielen (selbstinszenierten) Umzügen, Ausbildungen, Jobwechseln oder Beziehungen geprägt.

 

– Du liebst es, unterschiedliche Länder zu bereisen und Kulturen zu entdecken? Dich mit ihren Sprachen und Gebräuche vertraut zu machen. 0815-Strandurlaub langweilt dich.

 

– Du hast unglaublich viele Interessen, bist extrem schnell von einer Sache begeistert, die dich dann zu langweilen beginnt, wenn du den Kern erfasst hast.

 

– Sobald du eine Fähigkeit erworben hast, verlierst du den Spass daran, weiter in die Tiefe zu gehen und wendest dich lieber etwas Neuem zu?

 

– Du ermüdest schnell, schläfst gerne und viel – oftmals auch ein deutliches Anzeichen, dass dir dein Alltag und dein Leben zu eintönig und langweilig ist.

 

– Wenn du häufig krank bist oder Unfälle hast, spüre mal nach: kreierst du dir diese Situationen, um aus deinem festgefahrenen Alltag auszusteigen? Viele Menschen kreieren sich einen „Burnout“, der in Wahrheit eigentlich ein „Boreout“ ist.

 

Falls du dich hier wiedererkannt hast, will ich dir erst einmal sagen:
Mit dir ist alles ok!
Nichts ist falsch an dir und bitte, bitte höre auf, dich dafür zu bewerten.

Und als zweites:
Mit dir ist alles ok!
Nichts ist falsch an dir und bitte, bitte höre auf, dich dafür zu bewerten.

Erkenne dich dafür an, dass du anders bist, als die anderen.

Und sehe diese „Schwäche“, die du von anderen vielleicht abgekauft hast, als deine Stärke und als das, was dich ausmacht: ein begeisterungsfähiger Mensch zu sein, der sein Leben so gestaltet, wie es ihm Freude macht.

Und ich möchte dich dazu einladen, dir dein Leben ganz bewusst so zu kreieren, dass „Langeweile“ keinen Raum mehr hat und nicht mehr „schräge Kreationen“, wie z. B. Unfälle, Krankheiten, Job- und Beziehungsdramen deinen Alltag würzen, sondern spannende Aufgaben, Hobbies und Erlebnisse.

Was kannst du heute sein oder tun, was dich sofort aus deiner Langeweile katapultieren könnte?

 

Photo by Michelle Phillips on Unsplash