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„Du musst nur positiv denken, dann wird das schon!“
Manchmal nervt es, oder?
Positives Denken wird als DAS Allheilmittel angepriesen:

– Du hast Geldsorgen? … Du musst nur positiv denken!
– Du hast Stress mit deinem Partner? … Sieh doch mal seine positiven Seiten!
– Du hast Konflikte mit dem pubertierenden Kind? … Sieh es positiv – das geht vorbei!

Aaaarrrggghhhhhhhh!!!!!!

Jeder, der in einer ähnlichen Situation war oder ist, kriegt vermutlich die Vollmeise, wenn jemand mit dieser Weisheit kommt!

Positiv denken ist gut.
Negativ denken ist schlecht.

So einfach ist das für viele in der Coaching-Szene.



Ich bin damit noch keinen Schritt weitergekommen, wenn ich ehrlich bin. Du?


Klar ist es besser, optimistisch in die Zukunft zu schauen, als ständig nur überall das Schlechte zu sehen.

Viel besser ist es, in solchen Situationen Fragen zu stellen. (Wie das geht, erzähle ich dir hier, denn darauf will ich heute gar nicht hinaus.)

Bewusstsein beinhaltet alles und bewertet nichts, sagt Gary Douglas, der Gründer von Access Consciousness®.

Sobald du in der Bewertung bist („das ist gut und das ist schlecht“), steckst du fest und begrenzt dich in deinen Möglichkeiten.

Und der Knackpunkt ist, dass wir Situationen, auf die wir „Ladung“ haben, seien sie positiv oder negativ, nur schwer verändern können.



Doch was hilft dir dann tatsächlich, wenn du in irgendeinem Mist feststeckst?


Im letzten Beitrag habe ich folgenden Satz geschrieben:
„Respektiere die Wahlen anderer Menschen“.

Gehe in Erlaubnis für ihre Wahlen.
Doch was heisst das genau?

Erlaubnis und Respekt ist nämlich etwas völlig anderes als Akzeptanz oder Toleranz.

Was ist also der Unterschied?


Um etwas zu akzeptieren oder zu tolerieren, musst du erst einmal eine Situation analysieren, reflektieren und bewerten. Dann kommst d
u zu einem Ergebnis. Und im besten Fall stimmst du zu. Dann ist alles ok. 
Oder du stimmst eben nicht zu. Und obwohl du nicht zustimmst, hast du trotzdem die Möglichkeit, etwas zu akzeptieren oder zu tolerieren. Darunter liegt aber immer eine Nicht-Zustimmung als BewertungVerstehst du?
Ein Beispiel:

Dein Mann geht jeden Freitagabend mit seinen Kumpels ins Training und danach etwas Trinken. Dieser Termin ist gesetzt. Und es nervt dich ein wenig, weil du eigentlich mit ihm auch mal gerne freitags ins Kino oder zum Essen gehen würdest.

Trotz dessen, dass es dich nervt, akzeptierst bzw. tolerierst du seinen Männerabend. Vielleicht, weil du ja auch deine Freiräume hast. Du suchst und findest Gründe – somit ist es für dich ok.
Aber unten drunter schwingt ganz latent noch eine Bewertung mit, richtig? Und so richtig happy bist du damit nicht … es brodelt ein wenig unter der Oberfläche.

 

Das ist die Energie von Akzeptanz und Toleranz.

Die andere Alternative ist Erlaubnis und Respekt. Damit meine ich übrigens nicht, dass du „ihm die Erlaubnis“ gibst, seinen Männerabend zu machen ;-). Sondern, dass du den Männerabend respektierst und „in Erlaubnis“ dafür BIST. 
Du respektierst seine Wahl. Die Energie und deine Haltung dahinter ist eine völlig andere. Spürst du das, wenn du diese Zeilen liest? Hier gibt es keine Bewertung, kein gut und kein schlecht. Sondern ein IST.
Gehen wir einen Schritt weiter:

Ihr habt Hochzeitstag und der fällt auf einen Freitag. Du würdest gerne mit deinem Mann romantisch essen gehen. Nur ihr zwei. Doch du weisst: er hat Männerabend. 

Und auch wenn du diesen akzeptiert hast, brodelt der Gedanke hoch: Wenn er seinen Treff mit den Jungs nicht einmal am Hochzeitstag verschiebt … dann … 

Und stell dir vor, dann passiert dann genau das!
Dein Mann schlägt dir vor, lieber am Samstag essen zu gehen und du bist – trotz Akzeptanz – vielleicht ein wenig sauer oder sogar richtig enttäuscht!

 

Bist du in Erlaubnis und Respekt für die Wahl deines Partners, ist sein Wunsch, mit dir erst am Samstag essen zu gehen, kein Beweis dafür, dass er dich nicht liebt. Sondern einfach das Ergebnis seiner Wahl. Da ist keine Ladung.
Anstatt empört deine beste Freundin anzurufen und dich bitterlich darüber zu beklagen, dass sich dein Mann gar nicht mehr für dich interessiert, rufst du beim Italiener an und klärst mit ihm, ob er den kuscheligen Platz in der Nische auch noch am Samstag frei hat. Und ihr verbringt gemeinsam einen wunderbaren romantischen Samstagabend.

Wie oft bist du im Widerstand mit Situationen, die du vordergründig akzeptierst oder tolerierst?


Und du spürst vielleicht: oftmals geht es hier mehr ums Recht haben, als darum glücklich zu sein …

Und wie viel leichter könnte DEIN Leben sein, wenn du viel mehr aus Erlaubnis und Respekt funktionieren würdest?